Pipedrive Nova: Was die neue Meeting-Intelligenz im CRM wirklich kann
Es gibt diese lästige Zeit im Vertriebsalltag, die niemand einplant und jeder kennt: die Zeit nach dem Kundentermin. Notizen abtippen, Felder aktualisieren, Wiedervorlage setzen, Zusammenfassung an den Kollegen. Meist wird sie auf später verschoben. Und später kommt der nächste Termin.
Genau an dieser Stelle setzt Pipedrive an. Seit dem 16. September 2026 ist die Meeting-Intelligenz unter dem Namen Pipedrive Nova allgemein verfügbar – in allen Tarifen, ohne Aufpreis, in allen von Pipedrive unterstützten Sprachen.
Was das konkret bedeutet, wie es sich im Alltag anfühlt und wo die Grenzen liegen – der Reihe nach.
Was ist Pipedrive Nova?
Pipedrive Nova ist die Meeting-Intelligenz, die direkt in Pipedrive eingebaut ist. Sie bereitet Termine vor, schreibt während des Gesprächs mit und schlägt danach CRM-Aktualisierungen vor. Drei Phasen, ein Ablauf: vorher briefen, währenddessen mitschreiben, danach dokumentieren.
Nova ist kein Zusatzprodukt und kein Add-on, das eingekauft wird. Es ist ein Zusatz im bestehenden CRM – enthalten in allen aktuellen Pipedrive-Tarifen, für jeden Nutzer, ohne zusätzliche Kosten und ohne Einrichtung durch den Administrator.
Und ein Satz, der wichtiger ist als jede Funktionsliste: Nova überschreibt nichts von selbst. Jeder Vorschlag wird angezeigt, geprüft und erst auf Klick gespeichert. Bis dahin bleiben die Daten im CRM exakt so, wie sie waren.
„Meeting Intelligence“ – und was davon im Alltag ankommt
Meeting Intelligence ist die Kategorie, in der Nova spielt. Wer schon einmal mit einem Transkriptions-Tool gearbeitet hat, kennt den ersten Teil: Bot sitzt im Call, Transkript kommt hinterher, Zusammenfassung per Mail. Das gibt es seit Jahren, von mehreren Anbietern, teils ordentlich.
Der Unterschied liegt nicht in der Aufzeichnung. Er liegt davor und danach.
Davor: Nova zieht Deal-Historie, Notizen, E-Mail-Verkehr, Kalender und Kontaktdaten zu einem Briefing zusammen, das vor dem Termin bereitliegt. Kein Blättern durch die Timeline, kein „wo standen wir eigentlich“.
Danach: Aus dem Transkript entstehen nicht nur eine Zusammenfassung und Folgeaufgaben, sondern konkrete Feldvorschläge – Deal-Wert, Abschlussdatum, Ansprechpartner, Labels, eigene Felder. Nova zeigt den aktuellen Wert neben dem vorgeschlagenen. Übernehmen oder liegen lassen, Feld für Feld.
Das ist der Punkt, an dem sich ein Transkriptions-Tool und eine CRM-nahe Meeting-Intelligenz trennen. Das eine produziert Text. Das andere pflegt den Datensatz, um den es eigentlich geht.
Ein Detail, das gerne unterschätzt wird: Zusammenfassung, Folgeaktionen und Transkript landen als Notiz am verknüpften Deal, Kontakt oder an der Organisation – sichtbar für alle im Unternehmen, auch für Kolleginnen und Kollegen, die selbst gar nicht mit Nova arbeiten. Ist kein Datensatz verknüpft, wird auch keine Notiz erzeugt.
Was Nova in den drei Phasen eines Termins tut
Nova öffnet sich in einem eigenen Tab neben Pipedrive. Der Arbeitsbereich heißt Meetings und hat zwei Register: Upcoming meetings für die Vorbereitung, Post-meeting actions für alles, was danach kommt.
Das Briefing setzt sich – je nach Datenlage – aus vier Bausteinen zusammen: Deal-Kontext aus Notizen und letzten Aktivitäten, Hintergrund zur Organisation, Kurzprofile der Teilnehmer aus dem CRM und eine Vorbereitungs-Checkliste mit den relevanten Ereignissen der letzten Zeit. Sind Angaben zu einem Kontakt dünn, ergänzt Nova sie über eine Web-Recherche.
Für die Aufzeichnung gibt es zwei Wege, und die Wahl ist eine kulturelle Entscheidung, keine technische: Der AI Notetaker tritt als sichtbarer Teilnehmer in Google Meet, Zoom oder Microsoft Teams bei – transparent, aber eben sichtbar. Die Nova Companion Desktop-App für macOS und Windows nimmt den Systemton direkt am Rechner auf: kein Bot im Call, dafür funktioniert sie mit jedem VoIP-Tool und auch beim Termin im Besprechungsraum.
| Phase | Was Nova liefert |
|---|---|
| Vor dem Termin | Pre-Call-Brief aus Deal-Historie, Notizen, E-Mails, Kalender; Organisations- und Kontaktprofile; Vorbereitungs-Checkliste |
| Vor dem Termin | Einwilligungs-Mail oder Opt-out-Link an die Teilnehmer, Einwilligungsstatus auf der Meeting-Karte |
| Im Termin | Transkription per AI Notetaker (sichtbarer Teilnehmer) oder per Companion-App (ohne Bot) |
| Nach dem Termin | Zusammenfassung mit Kernaussagen und nächsten Schritten, Folgeaufgaben, vollständiges Transkript mit Zeitmarken |
| Nach dem Termin | Feldvorschläge für Deal, Person und Organisation – inklusive eigener Felder und Labels, jeweils mit Ist-Wert im Vergleich |
| Nach dem Termin | Ablage von Zusammenfassung und Transkript als Notiz am verknüpften Datensatz |
| Nebenbei | Slack-Benachrichtigung, sobald ein Brief oder ein Recap fertig ist |
Klingt nach Feature-Liste. Im Alltag fühlt es sich anders an.
Ein Beispiel aus der Praxis: Zweittermin mit einem Interessenten, vier Wochen nach dem Erstgespräch. Früher hieß das: fünf Minuten vor dem Call die Deal-Timeline hochscrollen, die letzte Mail suchen, hoffen, dass die Notiz vom Kollegen brauchbar ist. Heute liegt das Briefing bereit, bevor der Kalender piept.
Und nach dem Termin? Der Deal-Wert wurde im Gespräch nach oben korrigiert, das Abschlussdatum verschoben, ein zweiter Entscheider genannt. Drei Felder, die früher „mache ich nachher“ hießen und dann im Reporting fehlten. Nova legt sie als Vorschläge vor. Prüfen, klicken, fertig.
Das ist nicht spektakulär. Das ist einfach die Arbeit, die sonst liegen bleibt.
Pipedrive Nova einrichten
Streng genommen ist keine Einrichtung nötig: Nova ist für alle Nutzer standardmäßig aktiv. Wer es ernst meint, nimmt sich trotzdem eine Viertelstunde – vor dem ersten aufgezeichneten Kundentermin.
- Setup-Assistent durchlaufen. Beim ersten Öffnen von Nova: Nutzungsbedingungen bestätigen (Pflicht), Notetaker-Verhalten prüfen, Konten verbinden.
- Kalender prüfen. Ist der Kalender schon mit Pipedrive synchronisiert, ist er auch in Nova verfügbar – erkennbar am Hinweis „synced via Pipedrive". Alternativ lässt sich ein anderer Google- oder Outlook-Kalender verbinden. Nova liest den Kalender nur, es schreibt nichts hinein.
- Gmail separat verbinden. Auch wenn die E-Mail-Synchronisierung in Pipedrive längst läuft: Nova braucht eine eigene Verbindung, weil es die Postfachinhalte in Echtzeit für die Briefings liest. Optional, aber der Brief wird ohne sie deutlich dünner.
- Einwilligung konfigurieren. Unter Settings → Meeting Notetaker festlegen, ob Teilnehmer eine Vorabinformation mit Opt-out oder eine echte Einwilligungsanfrage erhalten. Die Mail geht standardmäßig 24 Stunden vor dem Termin raus, der Zeitpunkt ist einstellbar.
- Meeting-Sync-Regeln setzen. Unter Settings → Meeting and activity syncing steuern vier voneinander unabhängige Regeln, welche Kalendereinträge und welche Pipedrive-Aktivitätstypen überhaupt in Nova erscheinen. Ein Termin muss alle vier erfüllen.
- Slack verbinden (optional). Nova schickt dann eine private Direktnachricht, sobald ein Brief oder ein Recap bereitliegt.
Ein Detail, das gerne übersehen wird: Kalendereinträge mit Titeln wie „Home", „Office", „Out of office" oder „Lunch" schließt Nova immer aus – unabhängig von allen Einstellungen. Der Rest will einmal bewusst entschieden werden, sonst sitzt der Notetaker irgendwann im internen Jour fixe.
Nova an die eigene Vertriebsmethodik anpassen
Hier wird es für alle interessant, die ihren Vertrieb nach einem Gesprächsleitfaden führen. Unter Settings → AI settings stecken zwei Register, die den Unterschied zwischen „netter KI-Zusammenfassung“ und „passt zu unserem Prozess“ ausmachen.
Data fields. Hier wird Feld für Feld entschieden, ob Nova dafür Vorschläge machen darf – bei Deals, Personen und Organisationen, eigene Felder inklusive. Und pro Feld lässt sich eine Anweisung hinterlegen: wie ein Betrag zu interpretieren ist, woran ein voraussichtliches Abschlussdatum zu erkennen ist, welche Formulierung welches Label auslöst.
Summary preferences. Getrennt für Pre-Meeting-Brief und Post-Meeting-Zusammenfassung lassen sich eigene Anweisungen hinterlegen: Schwerpunkte, Pflichtthemen, Dinge, die weggelassen werden sollen. Wer nach BANT, MEDDIC oder einem hausinternen Raster qualifiziert, bringt das hier unter – und bekommt Zusammenfassungen, die sich im Team vergleichen lassen.
Zusätzlich lässt sich das Briefing pro Deal nachschärfen. In der Deal-Ansicht öffnet Customize brief ein Feld für freie Anweisungen, die Nova für alle künftigen Termine an diesem Deal berücksichtigt. Betonung auf alle künftigen – das ist keine Einmal-Notiz für den nächsten Call.
Ein Punkt zur Erwartungshaltung: Diese Einstellungen sind derzeit persönlich pro Nutzer. Eine unternehmensweite Konfiguration, mit der eine Vertriebsleitung Felder und Vorgaben für das ganze Team festlegt, gibt es noch nicht. Wer Konsistenz will, muss sie bis dahin organisatorisch herstellen: einmal gemeinsam einrichten, Screenshots ins Onboarding, fertig.
Verfügbarkeit, Tarife und Sprachen
Die kurze Version: enthalten, ohne Aufpreis, für jeden Nutzer.
Nova ist in allen aktuellen Pipedrive-Tarifen enthalten – Lite, Growth, Premium und Ultimate. Wer noch auf dem alten Essential-Tarif sitzt, hat keinen Zugriff; hier führt der Weg über einen Tarifwechsel. Es gibt keine Nova-Lizenzen, keine Sitzplätze und – anders als bei manchem Wettbewerber – keine KI-Guthaben, die sich mit jeder aufgezeichneten Stunde leeren.
Zur Zeitleiste: Eine geschlossene Beta lief ab Februar 2026, ab dem 8. Juli 2026 folgte eine eingeschränkte Verfügbarkeit für englischsprachige Konten. Mit dem 16. September 2026 ist Nova allgemein verfügbar – inklusive der übrigen von Pipedrive unterstützten Sprachen. Wer es in der Zwischenzeit auf Deutsch probiert hat und von den Ergebnissen enttäuscht war: Das lag an der Sprachfreigabe, nicht an Ihrem Prompt.
Administratoren können den Zugang jederzeit pro Nutzer abschalten, unter Settings → Manage users → Users and access. Umgekehrt gilt: Wer als Nutzer keinen Zugang sieht, kann über „Request access“ eine Anfrage an die Administratoren schicken.
Nova und Pipedrive MCP – zwei Dinge, nicht zwei Wege zum selben Ziel
Diese Frage kommt in jedem zweiten Gespräch, und sie ist berechtigt: Seit Juni 2026 gibt es den nativen MCP-Server von Pipedrive, mit dem sich Claude oder ChatGPT direkt mit dem CRM verbinden. Beides ist im Tarif enthalten. Also doppelt gemoppelt?
Nein. Der Unterschied lässt sich in einem Satz sagen: MCP ruft ab. Nova erfasst und bereitet vor.
MCP beantwortet Fragen zu dem, was bereits im CRM steht – reaktiv, auf Zuruf, im Chatfenster. Es ist stark, wenn jemand ohnehin mit einem KI-Assistenten arbeitet und wissen will, welche Deals seit zwei Wochen unberührt sind. Es hat aber nichts zu arbeiten, solange niemand etwas eingetragen hat.
Nova arbeitet an der anderen Seite derselben Lücke: Es erzeugt die Information, die vorher niemand dokumentiert hat, und zwar ohne dass jemand daran denken muss. Kein Prompt, keine Einrichtung pro Person, kein „ich frage die KI mal nach dem Meeting“. Der Termin im Kalender genügt.
Praktisch heißt das: Beides zusammen ergibt Sinn. Nova füllt den Datensatz, MCP befragt ihn. Ein Detail für die Kalkulation: Die MCP-Nutzung läuft gegen das Token-Budget des Pipedrive-Kontos, Nova nicht.
Best Practices für Pipedrive Nova
Die Einrichtung dauert eine Viertelstunde. Der Umgang damit will kurz gelernt werden. Sieben Punkte, die den Unterschied machen:
1. Mit der Einwilligung anfangen, nicht mit dem Notetaker. Bevor der erste Kundentermin aufgezeichnet wird, gehört geklärt, wie informiert wird und wer im Zweifel entscheidet. Nova bietet dafür Vorabinformation mit Opt-out, echte Einwilligungsabfrage, automatische Mail und einen teilbaren Einwilligungslink. Die Verantwortung liegt trotzdem beim Gastgeber des Termins.
2. Kalender und Postfach verbinden – sonst bleibt der Brief dünn. Ein Briefing ist nur so gut wie seine Quellen. Wer Gmail nicht verbindet, bekommt ein Briefing ohne E-Mail-Kontext und wundert sich über die Oberflächlichkeit.
3. Die Sync-Regeln einmal bewusst setzen. Interne Abstimmungen, Jour fixe, Bewerbungsgespräche – nicht jeder Kalendereintrag ist ein Kundentermin. Vier Regeln entscheiden darüber, und alle vier müssen erfüllt sein. Fünf Minuten hier ersparen viel Erklärungsbedarf im Team.
4. Die Feldliste zusammenstreichen. Die Versuchung ist groß, alle Felder für Vorschläge freizugeben. Das Ergebnis ist eine Liste, die niemand mehr durchliest – und dann wird durchgeklickt. Lieber acht Felder, die wirklich gepflegt werden sollen, mit einer klaren Anweisung pro Feld.
5. Die eigene Methodik hinterlegen. Die Summary preferences sind der Ort, an dem aus einer generischen Zusammenfassung ein Dokument wird, das zur eigenen Qualifizierung passt. Einmal formulieren, im Team abstimmen, überall anwenden.
6. Vorschläge prüfen, nicht durchklicken. Das Prinzip „nichts ohne Freigabe“ ist der eigentliche Wert gegenüber Tools, die ungeprüft ins CRM schreiben. Dieser Wert verfällt, sobald jemand aus Gewohnheit alles bestätigt. Ein kurzer Blick auf Ist-Wert und Vorschlag genügt meist.
7. Bot oder Desktop-App bewusst wählen. Der sichtbare Notetaker ist ehrlich und erklärt sich selbst, wirkt in konservativen Branchen aber als Fremdkörper. Die Companion-App nimmt ohne Bot auf – das ist bequemer, verlagert die Transparenzpflicht aber vollständig auf den Menschen im Call. Beides ist vertretbar. Beides gehört einmal entschieden und nicht dem Zufall überlassen.
Datenschutz, Einwilligung und der Blick nach DACH
In deutschsprachigen Unternehmen wiegt dieser Abschnitt schwerer als jede Feature-Liste. Deshalb die Fakten, ohne Marketingfilter:
Es wird kein Audio und kein Video gespeichert. Nova bewahrt ausschließlich das Textprotokoll auf, sichtbar in Nova und in Pipedrive. Es gibt keine Aufzeichnung, die irgendwo liegt und irgendwann gelöscht werden müsste.
Kundendaten werden nicht zum Modelltraining verwendet. Pipedrive erlaubt das seinen Unterauftragsverarbeitern vertraglich nicht und tut es selbst nicht ohne Erlaubnis. Nova nutzt dieselben technischen und organisatorischen Maßnahmen wie die übrigen Pipedrive-Dienste; Details stehen im Auftragsverarbeitungsvertrag und im Trust Center.
Welche KI-Anbieter beteiligt sind, steht in der Unterauftragsverarbeiter-Liste. Sie ist öffentlich und der einzig belastbare Ort für diese Frage: pipedrive.com/en/subprocessors. Welche Anbieter konkret einbezogen werden, hängt davon ab, welche Nova-Funktionen genutzt werden.
Zur Speicherregion: Kundendaten liegen in sieben AWS-Regionen, darunter EU (Frankfurt und Dublin) und UK (London). Neue Konten werden nach Standort der nächstgelegenen Region zugeordnet – EU-Kunden in die EU. Für die Verarbeitung durch Unterauftragsverarbeiter greifen, wo nötig, Standardvertragsklauseln.
Und der wichtigste Punkt: Die Pflicht, Teilnehmer über die Aufzeichnung zu informieren und – wo gesetzlich gefordert – deren Einwilligung einzuholen, liegt beim Gastgeber des Termins. Nova stellt dafür Werkzeuge bereit: Benachrichtigungsmails, Opt-out, Einwilligungsabfrage, Einwilligungslink, und der Notetaker-Bot meldet sich beim Beitritt im Meeting-Chat. Die Verantwortung delegiert das nicht. Wer Gespräche in Deutschland, Österreich oder der Schweiz mitschneiden lässt, klärt das einmal mit der eigenen Datenschutzberatung – und nicht nach dem ersten Termin.
Wo Pipedrive Nova an Grenzen stößt
Ehrlichkeit gehört dazu, also der Reihe nach:
Nova ist keine Automatisierung. Es reagiert auf Termine, nicht auf Ereignisse. Prozesse, die nachts laufen oder von einem Formulareingang ausgelöst werden, bleiben Sache der Pipedrive-Automatisierungen oder einer Plattform wie Make und n8n.
Die Feldvorschläge stammen ausschließlich aus dem Transkript. Synchronisierte E-Mails fließen in die Briefings ein, aber nicht in die CRM-Vorschläge. Was nur per Mail vereinbart wurde, landet nicht automatisch im Feld.
Der Pre-Meeting-Brief lebt nur in Nova. Er wird nicht nach Pipedrive synchronisiert und ist damit auch über API, Make oder n8n nicht abrufbar. Die Post-Meeting-Inhalte dagegen landen nach Freigabe als Notiz im CRM und sind von dort ganz normal weiterverarbeitbar.
Die Konfiguration ist persönlich. Kein unternehmensweites Regelwerk, keine zentrale Vorgabe für Felder und Summary-Anweisungen. Jeder Nutzer richtet sich selbst ein.
Slack ist reiner Benachrichtigungskanal. Private Direktnachrichten, keine Kanäle, keine Freigabe von CRM-Änderungen aus Slack heraus. Der Link führt zurück nach Nova.
Nova ist ein eigener Tab, keine Seitenleiste im Deal. Wer mit einem Kontext arbeitet, wechselt die Ansicht. Das ist kein Drama, aber es ist ein Wechsel.
Und: Zahlen bleiben Sache der Berichte. Zusammenfassungen und Vorschläge sind Textarbeit. Für Summen, Quoten und Forecast sind die Pipedrive-Berichte zuständig – die rechnen, statt zu formulieren.
Für wen sich Nova wirklich lohnt
Am deutlichsten spürbar ist der Effekt in drei Konstellationen.
Teams mit vielen Videoterminen und dünner Dokumentation. Wenn die Pipeline hübsch aussieht, aber niemand weiß, woran ein Deal wirklich hängt, ist die Lücke nicht das CRM – es ist der Weg vom Gespräch ins CRM. Genau den schließt Nova.
Vertriebsleitungen, die Reporting ernst nehmen. Ein Forecast ist nur so belastbar wie die Felder, auf denen er rechnet. Wenn Abschlussdatum und Wert nach jedem Termin aktualisiert werden, weil der Vorschlag ohnehin auf dem Tisch liegt, verbessert sich die Datenqualität ohne neue Mahnroutine.
Unternehmen, die schon ein Transkriptions-Tool bezahlen. Hier ist die Rechnung am schnellsten gemacht: Nova ist im Tarif enthalten, und das Ergebnis landet im CRM statt in einem zweiten Werkzeug, aus dem jemand Inhalte herauskopiert.
Weniger relevant ist Nova dort, wo der Vertrieb überwiegend schriftlich oder am Telefon ohne VoIP läuft, und dort, wo Gesprächsmitschnitte aus Compliance-Gründen ausgeschlossen sind. Der Pre-Call-Brief bleibt in diesen Fällen nützlich; der größere Teil des Nutzens hängt aber am Transkript.
Fazit
Pipedrive Nova erfindet den Vertrieb nicht neu. Es nimmt ihm die lästige Zeit ab, die nach jedem Termin fehlt – und liefert die Planung davor gleich mit.
Der eigentliche Gewinn ist nicht das Transkript. Es ist der gepflegte Datensatz, der ohne Disziplinanstrengung entsteht, weil der Vorschlag schon dort liegt, wo früher eine leere Zeile war. Und weil nichts ohne Freigabe passiert, bleibt die Verantwortung für die Daten da, wo sie hingehört: beim Menschen, der das Gespräch geführt hat.
Enthalten ist es ohnehin. Die Frage ist nicht, ob man es einschaltet, sondern ob man es bewusst einrichtet – Einwilligung, Sync-Regeln, Feldliste, Zusammenfassungsvorgaben. Genau für solche Fragen sind die Pipedrive-Spezialisten von PD Experts da. Ein kurzes Gespräch ist meist schneller als drei Wochen Ausprobieren – hier geht es zum Kontakt.
Häufige Fragen zu Pipedrive Nova
Kostet Pipedrive Nova extra?
Nein. Nova ist in allen aktuellen Pipedrive-Tarifen enthalten – Lite, Growth, Premium und Ultimate – und zwar für jeden Nutzer ohne Aufpreis. Es gibt keine Nova-Lizenzen und keine KI-Guthaben, die sich mit der Nutzung leeren. Der alte Essential-Tarif ist ausgenommen; dort führt der Weg über einen Tarifwechsel.
Muss ich Nova erst einrichten oder freischalten lassen?
Nein. Nova ist für alle Nutzer standardmäßig aktiv, eine Freigabe durch den Administrator ist nicht nötig. Beim ersten Öffnen führt ein Assistent durch die Nutzungsbedingungen, die Notetaker-Einstellungen und die Verbindung von Gmail, Kalender und optional Slack. Administratoren können den Zugang pro Nutzer unter Settings → Manage users wieder abschalten.
Speichert Nova Video- oder Audioaufnahmen meiner Gespräche?
Nein. Es wird ausschließlich das Textprotokoll aufbewahrt und in Nova beziehungsweise Pipedrive angezeigt. Video- und Audioaufzeichnungen werden nicht gespeichert.
Brauche ich die Einwilligung der Teilnehmer?
Das hängt von der Rechtslage am Ort der Beteiligten ab – in mehreren EU-Mitgliedstaaten und US-Bundesstaaten ist eine Einwilligung vor Aufzeichnung oder Transkription vorgeschrieben. Die Verantwortung liegt beim Gastgeber des Termins. Nova unterstützt dabei mit Vorabinformation samt Opt-out, echter Einwilligungsabfrage, automatischer Benachrichtigungsmail, einem teilbaren Einwilligungslink und einer Meldung des Notetakers im Meeting-Chat beim Beitritt.
Funktioniert Pipedrive Nova auf Deutsch?
Ja. Während der eingeschränkten Verfügbarkeit ab Juli 2026 war Nova zunächst nur auf Englisch nutzbar. Mit der allgemeinen Verfügbarkeit am 16. September 2026 kommen die übrigen von Pipedrive unterstützten Sprachen hinzu.
Ersetzt Nova den Pipedrive MCP-Server?
Nein, die beiden lösen unterschiedliche Aufgaben. MCP ruft ab, was im CRM steht, und wird von einem Menschen im Chatfenster ausgelöst. Nova erzeugt die Information, die vorher niemand dokumentiert hat – Briefing vor dem Termin, Transkript im Termin, Feldvorschläge danach – und zwar ohne Zutun. Beides ist im Tarif enthalten; die MCP-Nutzung läuft allerdings gegen das Token-Budget des Kontos, Nova nicht.
Wo werden die Daten gespeichert?
Kundendaten liegen in sieben AWS-Regionen, darunter EU (Frankfurt und Dublin) und UK (London). Neue Konten werden der nächstgelegenen Region zugeordnet, EU-Kunden also der EU. Welche Unterauftragsverarbeiter an einzelnen Nova-Funktionen beteiligt sind, zeigt die öffentliche Liste unter pipedrive.com/en/subprocessors; Kundendaten werden nicht zum Training von KI-Modellen verwendet.







